M6735
M8303
M8474
M9144 & M9164
M2610 & M8810
M9290
M4702
M6743
M6506
M7214
M8406 & M2650
M9264
M8896 & M2690
M9256
M9125
M6063
M8226
M2609
M8345
M8220
M8501

Das Schönste, was man Wänden anziehen kann

Textile Wandbekleidungen aus dem Hause Desima werden in liebevoller Handarbeit in Deutschland produziert und bieten Ihnen unzählige Vorteile. Jahrzehntelange Erfahrung und das ständige Bestreben nach Verbesserung sind unser Erfolgsrezept.

WIR FREUEN UNS ÜBER IHR INTERESSE AN UNS UND UNSEREN PRODUKTEN.
Fundierte Kenntnisse helfen, Missverständnisse, Fehler und Enttäuschungen zu vermeiden. Im Folgenden möchten wir Ihnen eine bestmögliche Vorstellung von uns und unseren Produkten geben.
Es ist wichtig, dass diese Informationen unseren Kunden sowie dem Verbraucher und Maler bekannt sind.
Wir sind seit mehr als 40 Jahren ein deutscher Hersteller exklusiver Textiltapeten. Langfristige Partnerschaften, basierend auf Fairness, gegenseitigem Vertrauen und gemeinsamem Erfolg, sind unser erklärtes Ziel.
Unsere Produkte finden Sie weltweit in zahlreichen bekannten Gebäuden. Hierzu zählen zum Beispiel die Nationaloper in Bukarest (Rumänien) oder das Pangu 7-Sterne-Hotel in Peking (China).
Unser Portfolio umfasst mehr als 600 verschiedene Artikel aus Jute, Viskose, Leinen und Seide. Etwa 75 Prozent all unserer Artikel führen wir lagerhaltig, und eine neue Produktion dauert im Durchschnitt ca. drei Wochen.

DESIGN & PHILOSOPHIE
Das außergewöhnliche Erscheinungsbild und die starke Wirkung unserer textilen Wandbekleidungen werden weltweit von vielen Menschen geschätzt. Ausgewählte Designs, gepaart mit natürlichen Stoffen, schaffen durch ihre dezente, natürliche Unregelmäßigkeit eine einzigartige Harmonie. Dadurch setzen unsere textilen Wandbeläge einerseits ausgeprägte Akzente und sorgen andererseits schlicht im Hintergrund für eine warme, angenehme Wohlfühlatmosphäre im Raum.

PRODUKTINFORMATIONEN
Unsere textilen Wandbekleidungen sind umweltfreundlich und aus natürlichen Garnen hergestellt. Edle und strapazierfähige Stoffe wie Jute, Viskose, Rayon, Leinen oder Seide sind auf einem Vliesträger aufkaschiert. Dieser organische Aufbau ist langlebig und trägt zu einem äußerst angenehmen Raumklima bei.
Die Textiltapeten-Produktion ist ein komplexes und anspruchsvolles Handwerk. Eine perfekte Textiltapeten-Produktion kann nur mit durchgängig präziser Arbeit und viel Glück gelingen. Wir haben sehr hohe Ansprüche und versuchen immer, ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen – perfekte Tapeten können wir jedoch leider nicht garantieren!

PRODUKTVORTEILE

  • Mit unseren Wandbekleidungen schaffen Sie eine einzigartige Raum-Harmonie. Dies versprechen Ihnen ausgewählte Designs, gepaart mit der natürlichen Unregelmäßigkeit der organischen Stoffe wie Viskose, Leinen oder Seide.
  • Unsere textilen Wandbekleidungen sind zu 100 Prozent umweltfreundlich.
  • Wir garantieren höchste Qualitätsstandards „Handmade in Germany“ mit unseren qualifizierten Facharbeitern an unserem Produktionsstandort in Salem in Süddeutschland.
  • Erfahrene Maler und Tapezierer können unsere Produkte problemlos und effizient verarbeiten.
  • Unsere Textiltapeten erfüllen die bestmöglichen Sicherheitsstandards.

TEXTILTAPETEN UND IHR CHARAKTER
Wie zuvor erwähnt, bestehen die Hauptcharakteristika und somit auch der größte Vorteil unserer Textiltapeten in der natürlichen Imperfektion der organischen Stoffe. Das damit erzielte einzigartige Raumklima wird von unseren Kunden sowie Fachleuten weltweit geschätzt.

Verschiedene Produkterscheinungen:
Jute: grobes Erscheinungsbild, teilweise mit Faserfragmenten im Faden (siehe M4724)
Viskose: gleichmäßige Struktur mit dezent glänzendem Farbcharakter (siehe M8964 oder M2690)
Rayon: feine und gleichmäßige Struktur mit schimmerndem Farbcharakter (siehe M6483)
Leinen: gleichmäßig-ungleichmäßige grobe Struktur mit mattem Farbcharakter (siehe M7111 oder M5011)
Seide: die typische unregelmäßige Garnstruktur der Dupion- oder Shantung-Seide kann je nach Seidencharge relativ stark variieren. Durch die hohe Schwankung in der Seidengarnstärke ist auch ein Querstreifen-Effekt bzw. ein Tapetenbahn-Effekt sehr wahrscheinlich (siehe Produktvergleich von beispielsweise M9203 zu M9216 zu M9218)

Kleine Farb- und Strukturabweichungen sowie eine gewisse Ungleichmäßigkeit im Web- oder Fadenbild sind materialtypisch und ein Echtheits- sowie Qualitätsmerkmal.
Der Nahtbereich ist bei fachgerechter Verklebung in der Regel relativ unscheinbar. Dennoch ist es je nach Muster, Material und Produktion auch möglich und teils gewünscht, dass die einzelnen Bahnen deutlicher zu erkennen sind.
Der Zuschnitt unserer Tapetenbreite ist in der Regel gemäß dem horizontalen Musterrapport, sodass die einzelnen Bahnen direkt nebeneinander geklebt werden können. Produktionsbedingt kann es vereinzelt vorkommen, dass der Rapport leicht verläuft (das heißt, die Tapete ist etwas zu breit oder zu schmal bzgl. der horizontalen Musterwiederholung geschnitten oder das Muster variiert etwas in der vertikalen Länge). Trotz eines hohen Qualitätsanspruchs und größter Bemühungen lässt sich dies bei unseren natürlichen Stofftapeten nicht immer gänzlich vermeiden. Sollte der Rapport verlaufen, so empfehlen wir, das Tapetenmuster in Augenhöhe auszurichten und gegebenenfalls mit einem Doppelnahtschnitt dem Rapport anzupassen.

Einige praktische Beispiele zum besseren Verständnis:

  • Gewisse Unregelmäßigkeiten oder Strukturabweichungen sind in lebhaften Tapetendesigns (wie M8964) weniger auffällig als in uniformen Tapeten (wie M8326). 
  • Fasereinschlüsse sind in der Regel dunkel und somit in hellen Tapeten auffälliger als in dunklen Artikeln.
  • Ein leicht verlaufender Rapport ist abhängig vom Design mehr oder weniger auffällig. So haben beispielsweise die ziemlich gleichmäßigen Designs „Rousseau“ (wie M8343) oder „Ultima“ (wie M8191) einen sehr kleinen (horizontalen) Design-Rapport (Musterwiederholung). Sollte nun der Rapport produktionsbedingt mal um 1 – 2 mm variieren, dann kann es beim direkten Nebeneinanderkleben der Tapetenbahnen ziemlich schnell zu einem auffälligen Nahtbereich kommen. Die einfache Lösung hierfür ist der Doppelnahtschnitt.
  • Die Gewebestruktur (Bindung) kann auch einen Einfluss haben.
    Das Design „Dali“ (wie M8326) hat beispielsweise eine sehr ausgeprägte Gewebestruktur mit vielen „leicht eingebundenen“ (weißen) Kettfäden (vertikal) im Vordergrund. Aufgrund dieser Struktur ist es unvermeidlich, dass sich die äußersten Kettfäden am Rande der Tapetenrolle hin und wieder teilweise ablösen. Diese sollten dann vorsichtig vor dem Verkleben oder mittels Doppelnahtschnitt abgeschnitten werden.
    Viele Designs, wie „Granulato“ (M8943), haben im Gegensatz dazu eine stark gebundene Gewebestruktur zwischen Kettfaden und Schussfaden. Damit kann die Schnittkante schon mal etwas „aufquellen“ und deutlicher erkennbar werden. Hier helfen eine achtsame Handhabung der Tapete beim Verarbeiten, ein vorsichtiger Einsatz des Nahtrollers oder bei Bedarf der Doppelnahtschnitt.
  • Der Tapetenbahn-Effekt ist bei Seidentapeten (wie M9218) am offensichtlichsten und gewünscht. Bei Leinentapeten (wie M7111) ist es aufgrund des lebhaften Leinengarn-Charakters sicherlich auch möglich, dass sich die Tapetenbahnen dezent voneinander abheben.
  • Kettfaden-Tapeten (wie M2030 oder M2690) sind in der Regel ziemlich unproblematisch. Dennoch kann es aufgrund der gefärbten Garnspulen und des sektionalen Schärens der Garne vereinzelt zu ganz leichter und unscheinbarer vertikaler Streifenbildung, besonders in den Randbereichen, kommen. Trotz größter Sorgfalt und kontinuierlicher Überwachung lässt sich das nicht immer vermeiden. Wir empfehlen, dass auch der Maler aufmerksam arbeitet und gegebenenfalls Streifen mittels Doppelnahtschnitt herausschneidet. 

> Zusammenfassung <
Von Kennern werden diese oben beschriebenen Charakteristika der Textiltapeten geschätzt und bieten deshalb keinen Grund zur Beanstandung.
Sollten bei der Verarbeitung unserer Tapeten wider Erwarten Materialfehler erkannt werden, so sind diese selbstverständlich vor dem Anbringen bzw. umgehend herauszuschneiden. Bei Unsicherheiten stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Im Kundenauftrag produzierte oder versendete Tapeten sind vom Umtausch ausgeschlossen. Großflächig verarbeitete Tapeten (>3 Bahnen) können ebenfalls nicht reklamiert werden. 
Um Enttäuschungen und Unannehmlichkeiten zu vermeiden, ist es wichtig, dass diese textilen Eigenarten unseren Kunden sowie dem Verbraucher bekannt sind.

QUALITÄT
Wir produzieren unsere Tapeten mit bestens ausgebildeten Fachkräften in sorgfältiger Handarbeit am Standort Salem/Bodensee in Deutschland. Ständige Qualitätskontrollen während des Fertigungsprozesses garantieren erstklassige Produkte für anspruchsvolle Kunden mit dem Gütesiegel „Handmade in Germany“. Daher ist bei der Auswahl unserer Lieferanten und Partner neben Zuverlässigkeit die Produktqualität der entscheidende Faktor.

SICHERHEIT UND CE KENNZEICHNUNG
Textile Wandbeläge von Desima entsprechen den bestmöglichen Sicherheitsstandards und sind somit für alle gehobenen Bauvorhaben weltweit anerkannt.
Die CE-Leistungserklärung ist eine Sicherheitskennzeichnung für bestimmte Produkte gemäß den geltenden EU-Richtlinien. Mit der Anbringung des CE-Kennzeichens auf dem Einleger unserer Produkte bestätigen wir, dass unsere Produkte den geltenden europäischen Richtlinien für Bauprodukte entsprechen.
Seit dem 1. Juli 2013 wird von Herstellern jeglicher Bauprodukte, die von einer harmonisierten Norm erfasst sind, eine Leistungserklärung (DoP = Declarance of Performance) erstellt. 

Für unsere gesamte Produktpalette stehen gemäß der EN 15102 eine Leistungserklärung sowie ein Zertifikat zum Brandverhalten gemäß EN 13501 zum Download zur Verfügung.

CE-LEISTUNGSERKLÄRUNG (PDF)
ZERTIFIKAT ZUM BRANDVERHALTEN (PDF)

REINIGUNG
Textiltapeten sind schön, aber auch empfindlich, und Textiltapeten lassen sich sicherlich nicht so einfach abwaschen wie eine Vinyltapete. Dennoch zeigen unsere Erfahrungen, dass Textiltapeten robuster sind, als manche glauben. Kunden haben uns berichtet, dass sie verschiedenste Flecken einfach herausgewaschen haben, und was nicht zu entfernen war, das wurde dann als Teil des Charakters angesehen oder notfalls ausgebessert.
Dennoch können wir nur sehr vorsichtige Ratschläge zur Reinigung geben:

  • Die Reinigung von textilen Wandbekleidungen ist schwierig und sollte sorgfältig durchgeführt werden.
  • Behandeln Sie Flecken so schnell wie möglich. Lassen Sie sie niemals altern oder eindringen.
  • Behandeln Sie trockene Verschmutzungen mit einer Bürste mit weichen Borsten oder mit dem Staubsauger.
  • Behandeln Sie "nasse" Verschmutzungen mit einem saugfähigen Tuch oder mit dem Staubsauger. Leicht mit klarem Wasser oder einem feuchten Tuch abspülen.
  • Vor der Verwendung von sauberem Wasser (insbesondere bei älteren Flecken) sollte an einer unauffälligen Stelle ein Farbverträglichkeitstest durchgeführt werden.
  • Eine zu extreme Reinigung kann zu Verfärbungen des Textils oder zum Lösen des Textils von der Vliesträger-Basis führen. 

VERARBEITUNG
Obwohl anspruchsvoll in der Herstellung, lassen sich unsere Textiltapeten mit etwas Begabung, Erfahrung und einer angemessenen Aufmerksamkeit zügig und einfach verarbeiten. Dies erleichtert die gelegentliche Renovierung der Wohnung oder eines stark beanspruchten Hotelzimmers ganz enorm. Besonders Handwerker schätzen das Tapezieren mit Desima-Produkten.

Wir informieren unsere Kunden und die Verarbeiter bestmöglich mittels:

  • unserer Webseite,
  • der „Verarbeitungsanleitung“, die wir jeder Tapetenrolle beilegen und die auch online unter „Downloads” verfügbar ist,
  • der „Desima Starter Info“, die zusammengefasst viele Tipps sowie alle wesentlichen Informationen enthält und online unter „Downloads“ verfügbar ist.
  • Zusätzlich stellt Ihnen ein kleiner Film die Vorteile sowie die Verarbeitung von Desima-Textiltapeten anschaulich dar.

PRODUKTION
Man kann den Charakter und die Eigenschaften von Textiltapeten nicht wirklich verstehen und wertschätzen, ohne einen Blick auf die Produktionsprozesse zu werfen.

  • Grundmaterial: Die Grundmaterialien, aus denen eine Textiltapete besteht, sind ein Vlies, Kleber und Garne bzw. Gewebe.
  • Vlies und Kleber: Die Herstellungsprozesse von Vlies und Kleber sind sicherlich komplex, aber aus unserer Sicht qualitativ relativ stabil. Deshalb möchten wir darauf nicht weiter eingehen.
  • Garn: für das spätere Färben ist es wichtig, dass die Garnspulen einwandfrei vorkonfektioniert sind. Das heißt, dass die Spulengröße, die Wicklung und Wickeldichte für das jeweilige Material und Färbeverfahren korrekt abgestimmt sein müssen. Eine falsche oder ungleichmäßige Spulenstruktur kann selbstverständlich negative Auswirkungen auf das Färben haben. Das Garn kann selbstverständlich auch durch das Spinnen mal vereinzelt Unregelmäßigkeiten oder Einschlüsse enthalten.
  • Färben: Die von uns verwendeten Garne (Viskose, Rayon, Leinen und Seide) werden in der Regel auf Garnspulen (ca. 0,5 – 1 kg) in Bädern zu 50 – 250 kg gefärbt. Das Färben findet in qualifizierten Färbereien statt, mit denen wir in den meisten Fällen schon seit vielen Jahrzehnten zusammenarbeiten. Beim Färben werden die Garnspulen in einem Kessel über mehrere Stunden mit heißem Wasser und dem entsprechenden Farbkonzentrat-Gemisch umspült. Um die gewünschte Farbe zu erreichen, müssen die Farbkonzentrat-Mischung, die Färbedauer und Temperatur korrekt abgestimmt sein. Unterschiedliche Garne und Garnchargen sowie unterschiedliche Färbekonzentrate verhalten sich selbstverständlich auch unterschiedlich und können das Ergebnis beeinträchtigen. Folglich gibt es oftmals einen leichten Farbunterschied zwischen den verschiedenen Färbe-Chargen einer Farbe. Trotz sorgfältigster Arbeit kann es vereinzelt vorkommen, dass die Garnspulen nicht immer ganz perfekt durchgefärbt sind. Das heißt, dass es leichte Schwankungen in der Farbausprägung von außen zur Mitte und zum Spuleninneren gibt.
  • Kettfaden: Unsere Kettfadentapeten (wie beispielsweise M2690) bestehen aus einer Garnkette von ca. 1.200 m Länge und 105 cm Breite, die auf einen Vliesträger aufkaschiert wird. Je nach Artikel schwankt die Anzahl der Fäden von 1.000 – 2.200 Fäden auf der Tapetenbreite von 100 cm. Beim Schären wird zuerst das Gatter mit der zu produzierenden Garnfarbe aufgerüstet (ca. 100 – 150 Spulen à ca. 1 kg). Nachdem die Schärmaschine entsprechend eingerichtet worden ist, wird in Sektionen mit der Breite von 4 – 8 cm geschärt. Auf der Schärtrommel werden somit zwischen 13 - 26 Sektionen möglichst gleichmäßig nebeneinander geschärt, um dann am Ende eine homogene Kette über die volle Breite von ca. 105 cm zu erhalten. Da der Garn-Reibwert und somit auch die Garnspannung je nach Garntyp und Garnfarbe stark variieren können, ist es oftmals sehr anspruchsvoll, eine gleichmäßige Kette herzustellen. Stark unterschiedliche Spannungen in den einzelnen Sektionen können folglich auch zu Verspannungen bis hin zu farblicher Streifenbildung in der Tapete führen. Zudem wird beim Sektional-Schären auch eine nicht perfekt durchgefärbte Garnspule unter Umständen zur Streifenerscheinung in der Kette führen. Diese Streifenbildung ist allenfalls an der Ketten-Außenseite und nur unter ganz bestimmten Blickwinkeln relativ schwer zu erkennen. Wir achten während der Produktion äußerst gewissenhaft auf so eine Streifenbildung und schneiden die Tapete gegebenenfalls schmaler. Es ist ebenfalls ratsam, dass der Maler später beim Tapezieren die Tapete aufmerksam betrachtet und etwaige Streifen abschneidet.
  • Weben: Unsere Gewebetapeten (wie beispielsweise M8964) bestehen aus einem textilen Gewebe, das auf ein Vlies aufkaschiert wird. Das Gewebe besteht aus einer Kette (Kettfaden) und einem Schuss (Schussfaden). Wegen der Langlebigkeit und Form-Stabilität verwenden wir meist eine Polyesterkette, während der Schussfaden aus den genannten natürlichen Garnen besteht. Auf einem Webstuhl werden die Kette und das Schussgarn zu einem Gewebe verarbeitet. Der Webstuhl muss aus einer Vielzahl von Möglichkeiten korrekt eingerichtet sein, damit er einwandfrei arbeiten kann. Man kann grob sagen, dass pro Tag/Schicht ca. 60 – 100 m Tapetengewebe auf einem Webstuhl gewebt werden können. Dabei werden Tausende von Metern Garn verarbeitet (1 m M8964 Tapete besteht aus ca. 2.500 m Schussgarn). Auch hier gibt es zahlreiche Fallstricke: Es kann während des Webprozesses zu Fadenabrissen kommen. Obwohl die Produktion sauber ist, können sich vereinzelt kleine Flusen im Gewebe etablieren (die besonders bei hellen Gewebefarben auffallen). Das Garn kann auch mal vereinzelt Verdickungen aufweisen. Um ein fortwährend gleichbleibendes Erscheinungsbild des Gewebes zu gewährleisten, sind beim Weben immer mehrere Garnspulen parallel und versetzt im Einsatz – wenn nun die Garnspulen nicht ganz perfekt durchgefärbt sind oder im Ausnahmefall verschiedene Garnchargen kombiniert werden müssen, dann kann es möglicherweise auch zu einer leichten horizontalen Streifenerscheinung kommen. Das Gewebe kann mal webstuhlbedingt einen leichten horizontalen Bogen aufweisen, und das fertige Gewebe kann sich möglicherweise auch mal beim Aufrollen verziehen. All dies kann natürlich das Endergebnis der Textiltapete beeinflussen.
  • Tapetenproduktion: Alle unsere Tapeten werden in unserem Hause produziert. Bei der Tapetenproduktion werden die oben beschriebenen Kettfäden oder das Gewebe auf einen Vliesträger aufkaschiert. Dabei gibt es wieder eine Reihe von Möglichkeiten, Fehler zu machen bzw. das Ergebnis positiv wie negativ zu beeinflussen. Die Kaschieranlage muss richtig konfiguriert, temperiert und sauber sein, damit sich keine Flecken/Druckstellen auf der Tapete abzeichnen. Der Kleber muss in der richtigen Konsistenz vorbereitet und je nach Produkt zusätzlich mittels Farbkonzentrat-Gemisch präzise gemäß Farbmuster eingefärbt werden. Zum Start der Kaschierung ist die Spannung des Gewebes/Kettfadens so auszurichten, dass keine Falten oder Streifen entstehen. Es ist die artikeltypische Geschwindigkeit zu wählen und es gilt, den Kantenbeschnitt so einzustellen, dass eine saubere Kante ggf. im Muster-Rapport sichergestellt ist. Während des Kaschierens sind natürlich alle Parameter kontinuierlich zu beobachten und je nach Ablauf zu korrigieren.

Hiermit haben wir relativ oberflächlich den Ablauf dargestellt. Bei genauerer Betrachtung sind die einzelnen Schritte natürlich weit komplizierter.

Es ist sicherlich alles keine Raketenwissenschaft, aber die Textiltapeten-Produktion ist ein komplexes und anspruchsvolles Handwerk.
Eine perfekte Textiltapeten-Produktion kann nur mit durchgängig präziser Arbeit und viel Glück gelingen.
Wir haben sehr hohe Ansprüche und versuchen immer, ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen – perfekte Tapeten können wir jedoch leider nicht garantieren!

GARNE
Für alle leidenschaftlichen Interessenten möchten wir auch noch einige weiterführende Informationen zu unseren Garnen anbieten.

Viskose (Rayon)
Viskose ist eine regenerative Zellulose-Faser, die so weich wie Baumwolle und so glänzend wie Seide ist. Die Zellulose wird aus schnell wachsenden Bäumen wie Fichte, Buche oder Eukalyptus gewonnen. Holz besteht zu mehr als 80 Prozent aus Zellulose, das durch das Lignin verbunden bzw. verholzt ist. Gehäckseltes Holz wird durch chemische Prozesse mit einer Dauer von ca. 50 – 80 Stunden zu Zellulose bzw. zu einer sogenanten Spinnlösung verarbeitet. Diese Spinnlösung wird durch feine Düsen in ein Fällbad gepresst und härtet aus (sogenanntes Nassspinnverfahren), sodass gleichmäßige Fäden entstehen. Anschließend werden die Fäden gewaschen, getrocknet und zu verschiedenen Garntypen weiterverarbeitet.
Je nachdem, welche chemischen Zusätze verwendet werden, entstehen unterschiedliche Sorten von Viskose. Rayon ist eine Form der Viskose.
Viskose hat eine relativ regelmäßige Garnstruktur und ist eine umweltfreundliche Alternative zu synthetischen Fasern wie Polyester.

Jute
Jute ist nach Baumwolle die am häufigsten verwendete Naturfaser.
Jute gedeiht in warmen, feuchten Klimazonen. Bangladesch macht ca. 90 Prozent der weltweiten Juteproduktion aus. Sobald die Jutepflanzen reif sind, werden sie geerntet. Nach der Ernte wird die Jute ca. 20 Tage unter Wasser gehalten, damit sich der Pflanzenleim löst und die Fasern besser trennen lassen. Die von den Stängeln abgetrennten Jutefasern werden gewaschen, getrocknet und sortiert. Daraufhin werden die Jutefasern in öligem Wasser eingeweicht, gekämmt, von Bast befreit und anschließend zu Garnen versponnen.
Daraus ergibt sich der natürlich-rustikale Charakter sowie der einzigartige Geruch der Jute.

Leinen
Die Leinenfasern werden aus dem Stängel der Flachspflanze gewonnen. 
Beim „Rösten“ werden durch mehrfaches Wässern, Trocknen und Wenden mit Hilfe biologischer Prozesse die Flachsfasern von den Pflanzenstängeln gelöst. In weiteren Schritten werden das Flachsstroh gebrochen und die Holzbestandteile mechanisch entfernt. Man erhält Langflachs von 60 – 120 cm Länge. Dieses Material wird zu verspinnbaren Faserbündeln ausgekämmt.
Der Flachs hat von Erntejahr zu Erntejahr und sogar von Faser zu Faser immer eine unterschiedliche Farbe, Struktur und Beschaffenheit.
Das Bleichen als weiterer Verarbeitungsschritt dient dazu, die ursprünglich blonden bis silbergrauen Naturfasern in einen möglichst einheitlich weißen Farbton zu bringen sowie Bast- bzw. Holzanteile zu entfernen.
Es gibt Kurz- und Langfasern, die in nassem Zustand gesponnen werden.
Die meisten Arbeitsschritte in der Leinenherstellung sind rein mechanisch und frei von chemischer Behandlung.
1 Gramm Flachs kann bis zu 32 Meter Garn ergeben.
Aufgrund der vielfältigen Faserstrukturen ist das Färben von Leinengarnen sehr herausfordernd. Wegen der hohen Steifigkeit ist das Weben mit Leinengarn ebenfalls sehr anspruchsvoll.

Seide
Es gibt verschiedene Seidenarten. Der bekannteste Seidenspinner oder Maulbeerspinner (Bombyx mori) ist ein ursprünglich in China beheimateter unscheinbarer Schmetterling. Hier ernähren sich die Seidenraupen maßgeblich von den Maulbeerblättern bzw. werden mit diesen gefüttert. Wenn die Raupe sich verpuppt, dann spinnt sie sich mit ihrem Seidenfaden in einen Kokon ein. Dabei ist der Seidenfaden mit Serizin (Seidenleim) umgeben und sorgt für die feste Struktur des Kokons. Beim Serizin handelt es sich um Proteine des Seidenspinners, die der Verklebung der einzelnen Seidenfasern dienen. Später wird der Kokon in einer fein abgestimmten Prozedur in 40 – 90 Grad heißem Wasser unter Druck und mit verschiedenen Zusätzen behandelt, sodass das Serizin weich wird. Anschließend wird der Seidenfaden als Endlosfaden aus dem Kokon extrahiert. Es werden in der Regel 6 – 7 Seidenfäden parallel aus den Kokons extrahiert und durch das weiche Serizin verklebt. Das so erreichte Garn mit 20/22 Denier bildet als Rohseide die Basis für viele Seidengarn-Qualitäten, die dann später aus mehreren 20/22 Garnen in unterschiedlichen Umdrehungen zusammengezwirnt werden.
Seidengarn wird also stark durch die natürlichen Begebenheiten beeinflusst und kann folglich stark in der Beschaffenheit und +/- 10 Prozent seiner Stärke variieren.
Die Züchtung der Seidenraupen und anschließende Herstellung dieser Seide ist sehr aufwändig und findet fast ausschließlich in China statt.
Es sind in der Regel Seidenraupen-Farmen, mit umliegend 3 – 4 Hektar Maulbeerbäumen. Eine Zucht dauert ca. 40 Tage. Die gute Qualität der Maulbeerblätter ist auch für die spätere Qualität der Seide entscheidend.
Die Rohseide wird vor der weiteren Verwendung und dem Färben in der Regel noch „entbastet“. Bei diesem Prozess wird die Seide durch ein heißes Seifenbad bewegt und danach getrocknet. Die glänzenden Seidenfäden werden somit vom Serizin befreit und der Seidenstoff erhält seinen natürlichen Glanz sowie geschmeidigen Griff. Durch das Entbasten verliert die Rohseide ca. 25 Prozent an Gewicht.
Die von uns verwendete DUPION- oder auch SHANTUNG-Seide stellt einen Sonderfall dar.
Sie besitzt einen unregelmäßigen Charakter mit sogenannten „Flammen“. Die Dupion-Seide entsteht, indem sich 2 Seidenraupen zusammen in einem Kokon verpuppen. Durch dieses Zusammenspiel entsteht die ausgeprägte Unregelmäßigkeit.
Folglich entsteht die Dupion-Seide quasi aus natürlichem Zufall und ihr Anteil mit +/- 5 Prozent an der gesamten Seidenproduktion kann von Ernte zu Ernte variieren.
Bei der Herstellung der Dupion-Seide werden nicht, wie üblich die 6 – 7 Seidenfäden parallel aus dem Kokon extrahiert und verklebt, sondern bis zu 90 Kokons. Von dieser Menge werden je nach Ernte zwischen 20 – 30 Prozent Dupion-Fäden mit 70 – 80 Prozent einfachen Seidenfäden verklebt.
Folglich kann die Intensität der Dupion-Seiden-Charakteristik auch von Ernte zu Ernte bzw. Charge zu Charge sehr stark variieren.
Es gibt teilweise auch Klassifizierungen für die Unregelmäßigkeit in A / B / C oder leicht / mittel / stark. Wir verwenden nach Möglichkeit eine mittlere bis starke Unregelmäßigkeit.
Die Garnstärke der Seide wird üblicherweise in Denier (den) angegeben. 1 den = 9.000 m Faden wiegen 1 g.

 


Hinweis zu den Raumbildern mit Textiltapeten:
Die Muster können zwecks besserer Darstellung in der Größe des Rapports abweichen.